Themen: Klima&Energie, Wissenschaft, KI/Digital
Regionen: International, International Unbestimmt
Eine auf X verbreitete Grafik zur Erdtemperatur der vergangenen 485 Millionen Jahre wird laut Faktencheck irreführend dargestellt. AfD-Politiker Petr Bystron folgert daraus, die Erde befinde sich in einer Kältephase und die Temperatur sinke. Die zugrunde liegende Studie aus dem Jahr 2024 rekonstruiert zwar starke langfristige Schwankungen und zeigt, dass es über weite Teile der Erdgeschichte wärmer war als heute. Wegen des enormen Zeitmassstabs werde jedoch der rapide Anstieg der vergangenen 20'000 Jahre kaum sichtbar; in Bystrons Darstellung sei er durch einen Punkt verdeckt. Die Hauptautorin Emily Judd bewertet die Ergebnisse als Warnung: Schnelle Erwärmungen seien mit katastrophalen Ereignissen verbunden, und die Temperatur verändere sich derzeit schneller als in der untersuchten Erdgeschichte. Die Erde befinde sich zwar in einem Eiszeitalter, seit rund 11'000 Jahren aber in einer Warmzeit. Messdaten weisen auf einen Erwärmungstrend hin: 2025 lag die Temperatur 1,41 Grad über dem Mittel von 1850 bis 1900. Der IPCC sieht menschliche Treibhausgasemissionen als wesentlichen Treiber.