Themen: Gesellschaft, Ungleichheit, Wirtschaft/Finanzen
Regionen: Schweiz, Romandie, International, Europa
Annemasse in der französischen Haute-Savoie wird als Zufluchtsort und Krisenraum am Genfer Arbeitsmarkt gezeichnet. Emeline, die nach Einsätzen für die UNO in Mali und im Libanon über eine NGO-Stelle nach Genf kam, fand dort Ruhe und eine Wohnung. Zugleich beobachtet sie Menschen, die in Autos schlafen oder auf Arbeit hoffen. Jährlich lassen sich laut Bericht rund 5000 zusätzliche Grenzgänger im Genfer Becken nieder. Ende 2025 arbeiteten rund 116’000 Grenzgänger in Genf; 2024 wurden knapp 25’000 neue Grenzgängerbewilligungen registriert. Während die Zahl der Grenzgänger in 20 Jahren stark stieg, nahm auch die Arbeitslosigkeit in den Grenzregionen zu. Französische Grenzgänger machen laut Bericht 18 Prozent der Beschäftigten am Seeende, aber 30 Prozent der Massenentlassungen aus. Der Text porträtiert zudem Mike, der nach Jobverlust, Alkoholproblemen und Obdachlosigkeit nur noch temporär arbeitet. Sein Einkommen reicht nicht für eine Wohnung in einer Region, deren Wohnraum vor allem besser verdienenden Grenzgängern zugänglich ist.