Themen: Gesundheit, CH-Politik, Innen-Politik
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Der Autor zeichnet einen Wandel des Arztberufs von einer ethisch geprägten Berufung zu einem stark regulierten Leistungssystem nach. Krankenkassen hätten mit Forderungen nach weniger Ärzten, Wirtschaftlichkeitsverfahren und der Aufhebung des Kontrahierungszwangs Druck auf die Ärzteschaft aufgebaut. Die 1997 gegründete Schutzgemeinschaft für Ärzte habe sich gegen solche Mechanismen gewehrt; der Autor sass ab 1998 während 15 Jahren in ihrem Vorstand. TARMED und später TARDOC hätten Ärzte in standardisierte Tarife gedrängt und die Administration ausgeweitet. Durchschnittlich gingen heute 20 Prozent der ärztlichen Arbeitszeit für administrative Aufgaben verloren. Besonders kritisiert wird eine mögliche Beschränkung vergütbarer Arbeit auf 1577 Taxpunkte. Diese könne Konsultationen verringern, Wartezeiten verlängern und effiziente Praxen wirtschaftlich gefährden. Gefordert werden unter anderem die Aufhebung des Numerus clausus, mehr Ausbildungsplätze, eine Einheitskasse, weniger Bürokratie und eine Annullierung von TARDOC.