Themen: Partei-Politik, Demokratie, Gesellschaft
Regionen: International, Europa
Der Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt am 6. September hat nach Ansicht der Autorin breite Verunsicherung ausgelöst. In Gesprächen und sozialen Medien begegnet sie sowohl Versuchen zur Beruhigung als auch Warnungen vor der historischen Parallele, dass die NSDAP 1932 im heutigen Gebiet Sachsen-Anhalts denselben Stimmenanteil erreicht habe wie die AfD heute. Sie empfindet die Vielzahl an Reaktionen als überfordernd, weil vielfach Entsetzen geäussert werde, aber konkrete Antworten auf den Umgang mit der extremen Rechten fehlten. Besonders beunruhigt sie die Möglichkeit, dass die Aufmerksamkeit bald nachlasse und sich rechte Positionen normalisierten. Als Beispiel nennt sie die Gewöhnung an Donald Trump und dessen Politik während dessen zweiter Amtszeit. Ihre Masterarbeit zur Rolle des «Normalen» bei der AfD bestärkt ihre Sorge: Rechte Akteure beanspruchten Normalität, während marginalisierte Gruppen als Sonderfall dargestellt würden. Die Autorin fordert, Wut und Empörung aufrechtzuerhalten, damit sie nicht in Ohnmacht umschlagen.