Themen: Gesellschaft, Innen-Politik
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt, International, Nordamerika
Shelley Moorhead hat bei der Bundesanwaltschaft Anzeige gegen die Kantone Zürich, Bern und Solothurn eingereicht. Er wirft ihnen vor, zwischen 1719 und 1839 in den transatlantischen Sklavenhandel investiert und davon profitiert zu haben. Gestützt auf ein Gutachten des Historikers Hans Fässler verlangt er Untersuchungen sowie eine Busse von fünf Millionen Franken pro Kanton. Für sich selbst fordert Moorhead Schadenersatz und Genugtuung. Moorhead ist Nachkomme versklavter Menschen auf den heutigen US-amerikanischen Virgin Islands, die bis 1917 zu Dänemark gehörten. Er begründet seine Forderung auch mit bis heute bestehenden Folgen der Versklavung für Einkommen und Vermögen der Nachkommen. Parallel geht er gegen Dänemark vor. Eine strafrechtliche Verurteilung der Kantone erscheint jedoch unwahrscheinlich, da sich Kantone grundsätzlich nicht strafbar machen können und die damaligen Verantwortlichen tot sind. Moorhead will mit dem Verfahren auch eine politische und gesellschaftliche Debatte auslösen.