Themen: Gesellschaft, Leben, Wirtschaft/Finanzen
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur
Zwischen 2010 und 2024 verschwanden in Zürich mehr als 16’000 Wohnungen durch Leerkündigungen, Abrisse oder Umbauten. Rechnerisch verloren damit rund 32’000 Menschen ihr Zuhause. Besonders stark betroffen sind Altstetten und Sihlfeld sowie Albisrieden, Unterstrass, Wiedikon und Oerlikon/Seebach. In Altstetten wurden 66,7 Prozent der betroffenen 10’790 Wohnungen abgerissen; nur rund ein Drittel wurde umgebaut. Über 70 Prozent der Leerkündigungen, insgesamt 11’377 Wohnungen, gehen auf private Immobiliengesellschaften, Fonds und Investor:innen zurück. Zwar entstehen vor allem in den Kreisen 9 und 11 viele neue Wohnungen, doch die bisherigen Haushalte profitieren laut ETH-Forscher David Kaufmann kaum davon. Neue Mieter:innen verfügen im Durchschnitt über 3’623 Franken mehr Monatseinkommen. Genossenschaften vermieten zu Kostenmieten, während kommerzielle Eigentümer mit Ersatzneubauten oft deutlich höhere Renditen und Mieten erzielen. Entwicklungs- und Verdichtungspläne des Stadtrats verstärken diese Dynamik nach Ansicht der Kritik ohne ausreichenden Mieterschutz.