Themen: Klima&Energie, Umwelt, Wissenschaft
Regionen: Schweiz, Basel/NWCH
Ansgar Kahmen, Botanikprofessor in Basel, warnt vor den raschen Folgen von Hitze und Trockenheit für mitteleuropäische Wälder. Untersuchungen im Waldlabor Hölstein zeigten, dass sich stark geschädigte Bäume oft nicht mehr erholen: Kronen sterben langsam zurück, Äste brechen und Infektionen können leichter eindringen. Besonders die Buche habe Mühe, sich zu regenerieren. Das Abwerfen von Blättern sei bloss ein Symptom für tiefer liegende Schäden durch Trockenheit. Kahmen verweist darauf, dass die Schweiz gegenüber dem vorindustriellen Niveau bereits drei Grad wärmer geworden sei und die relative Luftfeuchtigkeit seit den 1980er-Jahren stark abgenommen habe. Für die Zukunft sieht er zwei Wege: Wälder sich über mehrere Generationen selbst anpassen lassen oder gezielt trockenheitsverträglichere Arten wie orientalische Buchen, Hopfenbuchen oder Douglasien ansiedeln. Solche Entscheide müssten Naturschutz, Forstwirtschaft und weitere Interessengruppen gemeinsam tragen. Auch in Basel überwintern mediterrane Pflanzen inzwischen dauerhaft im Freien.