Themen: Gesellschaft, Partei-Politik, Wirtschaft/Finanzen
Regionen: International, Europa
Nicole Mayer-Ahuja führt den starken Zuspruch zur AfD unter Beschäftigten in Deutschland auf Arbeitsdruck, Existenzängste, fehlende Mitbestimmung und enttäuschte Erwartungen an politische Veränderung zurück. Viele Wähler:innen wüssten, dass die AfD ihre sozialen Probleme nicht löse, nähmen sie aber als Kraft wahr, die ihren Unmut ausdrücke. Rechte Politik lenke Konkurrenz und Unsicherheit gegen Migrant:innen und Sozialhilfeempfänger:innen, während eine solidarische Politik Konflikte mit Unternehmen und Reichtum ins Zentrum stellen müsse. Sozialdemokratische Parteien hätten über Jahrzehnte aufgehört, Erfahrungen von Lohnarbeit politisch zu vertreten. Im Betrieb könne gemeinsame Arbeit Solidarität fördern, auch zwischen migrantischen und nichtmigrantischen Kolleg:innen; rechte Listen seien bei Betriebsratswahlen deshalb schwach geblieben. Mayer-Ahuja fordert eine Politisierung der Arbeitsbeziehungen, klare Abgrenzung gegen organisierte Rechte sowie Arbeitszeitverkürzung mit Lohn- und Personalausgleich. Aktionstage und erste wilde Streiks zeigten eine offenere Lage und neue gewerkschaftliche Bewegung.