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Armut ist kein persönliches Versagen

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Armut ist kein persönliches Versagen

Themen: Ungleichheit, Gesellschaft, Wirtschaft/Finanzen

Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt

Caritas Schweiz beurteilt die Armutsentwicklung trotz Wohlstand und ausgebautem Sozialstaat kritisch: Über 1,45 Millionen Menschen seien arm oder armutsgefährdet, jede sechste Person. Die Zahl stagniere seit Jahren auf hohem Niveau. Steigende Mieten, Krankenkassenprämien und Lebenshaltungskosten belasteten tiefe Einkommen besonders, während Löhne nicht entsprechend stiegen. Bund, Kantone und Gemeinden verfügten über keine gemeinsame Strategie zur nachhaltigen Armutsbekämpfung. Armut entstehe nicht durch persönliches Versagen, sondern durch das Zusammenwirken persönlicher Risiken und struktureller Benachteiligungen. Fehlende Bildung, prekäre Arbeit, schlechter Wohnraum, Krankheit, Trennung oder Arbeitsplatzverlust könnten sich gegenseitig verstärken. Fast jedes fünfte Kind lebe in Armut. Caritas fordert existenzsichernde Löhne, mehr bezahlbaren Wohnraum, Bildung und Weiterbildung sowie eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Als konkrete Entlastungen nennt die Organisation höhere individuelle Prämienverbilligungen und einkommensabhängige Mietzinsbeiträge. Die Ausstellung «Ungleich verteilt» thematisiert zum 125-Jahr-Jubiläum die persönliche und gesellschaftliche Dimension von Armut.

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