Themen: Gesellschaft, Wissenschaft
Regionen: Schweiz, Romandie
Forschende in der Romandie untersuchen weiterhin, wie Menschen mit Verstorbenen und der eigenen Endlichkeit umgehen. Sie knüpfen damit an Bernard Crettaz an, der ausserhalb akademischer Strukturen wirkte und mit Formaten wie den Cafés mortels öffentliche Gespräche über den Tod anstiess. Marc-Antoine Berthod, Anthropologe an der Haute école de travail social et de la santé de Lausanne, sammelt Unterlagen zu Initiativen, die das Thema konkret und zugänglich machen sollen. Dazu gehörte 2009 in Serrière ein «Repas de la mort»: eine kulinarische Performance bei Kerzenlicht mit weissem Buffet, farbigen Totenschädeln und Pappskeletten. 2024 führte eine «Balade mortelle» bei Renens zum Friedhof von Chavalle und brachte Forschende, Steinmetze sowie Sterbebegleiterinnen und -begleiter zusammen. Die Beteiligten wollen den Tod nicht attraktiver machen, sondern ihn als gesellschaftlich relevantes Thema besprechbar halten und den Austausch mit Öffentlichkeit und Bestattungsfachleuten fördern.