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Ausstellungen zu «fürsorgerischen Zwangsmassnahmen»: Ein Unrecht, das bis heute nachwirkt

Null41
Ausstellungen zu «fürsorgerischen Zwangsmassnahmen»: Ein Unrecht, das bis heute nachwirkt

Themen: Gesellschaft, Innen-Politik, Kultur

Regionen: Schweiz, Zentralschweiz

Die Ausstellungen «Versorgt. Verdingt. Vergessen?» im Museum Luzern und «Ich bin einfach niemand gewesen» in Alberswil befassen sich mit fürsorgerischen Zwangsmassnahmen in der Schweiz. Bis in die 1980er-Jahre wurden Kinder und Jugendliche fremdplatziert, verdingt, zwangssterilisiert oder in Psychiatrien eingewiesen; Erwachsene wurden entmündigt oder in Zwangsarbeitsanstalten untergebracht. Hunderttausende Menschen waren betroffen. Die nationale Wanderausstellung stellt Biografien Betroffener, Forschungsergebnisse und Fragen nach Gerechtigkeit und Wiedergutmachung ins Zentrum. Kritisiert wird, dass Verantwortliche und Profiteure dabei wenig sichtbar bleiben. Die Eidgenossenschaft zahlt Betroffenen auf Gesuch einen Solidaritätsbeitrag von 25'000 Franken; Schaffhausen und Zürich verdoppeln ihn, Luzern lehnte dies ab. Die mobile Ausstellung in Alberswil bewertet die Geschichte schärfer und thematisiert Willkür, Gewalt, Zwangsarbeit, juristische Aufarbeitung und wirtschaftliche Profite. Sie verweist darauf, dass Behörden Kosten sparten und Bauernfamilien oder Firmen wehrlose Arbeitskräfte ausnutzten.

www.null41.ch

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