Themen: Gesellschaft, Ungleichheit, Wirtschaft/Finanzen
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur
Im Frühling 2025 erhielten alle 284 Mietparteien der Vita-Siedlung in Langnau am Albis die Kündigung; an ihrer Stelle sind 570 Wohnungen geplant. In Adliswil sollen 136 alte Wohnungen 296 Neubauten weichen, darunter einem über 40 Meter hohen Hochhaus. Zwischenmieter an beiden Orten müssen bis 30. September 2027 ausziehen. Der Kommentar von Werner Vontobel verbindet solche Leerkündigungen mit höheren Neumieten: In Zürich kosten ältere Wohnungen von 90 Quadratmetern durchschnittlich 1800 Franken, neue 3500 Franken. Er kritisiert, dass dichtere und höhere Bauvorgaben Abriss und Neubau für Immobilienkonzerne und Pensionskassen attraktiv machten. Als weitere Treiber nennt er den kantonalen Steuerwettbewerb und steuerbegünstigte Kapitalbezüge aus der zweiten Säule. Wohlhabende zögen in steuergünstige Orte wie Kilchberg oder Flims, während Rentner mit geringeren Mitteln den Wegzug ins Ausland erwägen könnten. Vontobel sieht wachsende Pendelwege, überfüllten Verkehr, Stress und den Verlust von Nachbarschaften als Folgen einer Wirtschafts- und Standortpolitik, die Einkommen und Kaufkraft ungleicher verteile.