Themen: Wirtschaft/Finanzen, CH-Politik, Technologie
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur
Mario Corti, letzter CEO der Swissair, bewertet das Grounding vom 1. Oktober 2001 als Folge eines politischen und wirtschaftlichen Versagens. Er wirft den Befürwortern des Plans Phoenix vor, die Komplexität des Luftverkehrssystems nicht verstanden und die Rettung der Crossair über jene der Swissair gestellt zu haben. Besonders enttäuscht zeigt sich Corti von Finanzminister Kaspar Villiger: Dieser habe ihm und Ulrich Bremi verschwiegen, dass der Bund nicht mehr an eine Gesamtsanierung geglaubt habe, und hätte das Grounding nach Cortis Ansicht mit 250 Millionen Franken verhindern können. Der Text macht vor allem UBS-Chef Marcel Ospel, dessen Berater Peter Kurer sowie Villiger und Verkehrsminister Moritz Leuenberger verantwortlich. Corti wurde 2007 in Bülach zusammen mit weiteren Angeklagten, darunter Philippe Bruggisser und Lukas Mühlemann, vom Vorwurf der Gläubigerbevorzugung freigesprochen. Nach dem Niedergang ging die Swiss später an Lufthansa; weitere Luftfahrtfirmen wechselten ebenfalls in ausländische Hände.