Themen: Gesundheit, Gesellschaft
Regionen: International, Südostasien
Luh Ketu Suryani setzt sich auf Bali für Menschen mit psychischen Erkrankungen ein, die von ihren Familien oder Institutionen mit der indonesischen Praxis des Pasung angekettet, eingesperrt oder anderweitig fixiert werden. Der Fall des Eisverkäufers Nyoman zeigt die Folgen: Nach einer irrtümlichen Misshandlung durch Dorfbewohner entwickelte er schwere psychische Symptome und lebte fünf Jahre mit einem Holzjoch am Fuss. Suryani und ihre 2005 gegründete NGO begannen 2011 mit seiner Behandlung, erreichten aber nur zeitweise Verbesserungen; Ende 2015 war er nicht mehr angekettet, jedoch weiterhin in einem Zimmer eingeschlossen. Laut Human Rights Watch mangelt es in Indonesien stark an psychiatrischer Versorgung; Tausende Betroffene seien von Fixierungen betroffen. Suryani befreite in Karangasem zunächst 43 Menschen, im ersten Jahr insgesamt 375 und im Folgejahr 695. Sie kombiniert Medikamente, Hausbesuche, Meditation und kulturell verankerte Praktiken. Ihr Vorgehen stiess bei Behörden, Familien und Fachkollegen teils auf Widerstand.