Themen: Gesundheit, Gesellschaft
Regionen: International, Südostasien
Nyoman gerät Anfang 2000 in Bali irrtümlich in den Verdacht eines Diebstahls, wird von einer Menge verfolgt und misshandelt. Danach entwickelt er Symptome einer schweren psychischen Erkrankung. Seine Familie fixiert ihn während fünf Jahren mit einem hölzernen Joch am Fuss; später wird er erneut eingesperrt und angekettet. Die Psychiaterin Luh Ketu Suryani besucht ihn ab August 2011, behandelt ihn mit Medikamenten und versucht, seine Familie zur Freilassung zu bewegen. Fortschritte werden wiederholt durch Rückfälle und Konflikte mit Angehörigen unterbrochen. Suryani verbindet psychiatrische Behandlung inzwischen mit Meditation und lokalen Traditionen. Sie kämpft gegen das Pasung, obwohl diese Fixierung in Indonesien seit 1977 verboten ist. Human Rights Watch berichtete 2016 von gravierenden Missständen in der psychiatrischen Versorgung. Offiziellen Angaben zufolge waren mehr als 57'000 Indonesierinnen und Indonesier mit psychischen Erkrankungen mindestens einmal von Pasung betroffen.