Themen: Ukraine Krieg, Krieg&Frieden, Gesellschaft
Regionen: International, Europa
In Kiew haben Angehörige und Tausende weitere Menschen Abschied von Oleksij Jukow genommen. Der 40-Jährige gründete die freiwillige Such- und Bergungsgruppe Platsdarm und barg in ukrainischen Kriegsgebieten die Überreste getöteter Soldaten und Zivilisten. Anschliessend identifizierte seine Gruppe Tote und übergab sie ihren Müttern, Witwen oder Kindern. Jukow kam am vergangenen Mittwoch bei der Suche nach Leichen in der Region Donezk ums Leben. Den Trauergottesdienst auf dem Unabhängigkeitsplatz hielt Metropolit Epifanij, der oberste Würdenträger der orthodoxen Kirche in der Ukraine. Nach orthodoxem Brauch lag Jukow im offenen Sarg. Er betonte stets, erst die Bestattung eines Körpers oder seiner Überreste ermögliche auch der Seele Ruhe. Ukrainische Behörden melden mehr als 110'000 vermisste Soldaten und Zivilisten. Jukow nahm zudem Anfragen russischer Familien entgegen, die nach vermissten Männern suchten.