Themen: Kultur
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt, International, Afrika
Die ägyptische Archäologin Monica Hanna begrüsst die Rückgabe einer ptolemäischen Totenmaske durch Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider, hält sie aber für unzureichend. Seit dem bilateralen Abkommen von 2010 hat die Schweiz rund 80 illegal eingeführte ägyptische Objekte zurückgegeben; die jüngste Maske war 2022 am Zoll in Bardonnex beschlagnahmt worden. Hanna bezeichnet die Schweiz und besonders Genf dennoch als wichtigen internationalen Umschlagplatz für geraubte Kunst und Antiken, auch wenn die Kontrollen zugenommen hätten. Zentral sei zudem nicht nur jüngerer Schmuggel: Viele Objekte aus Ägypten befänden sich sichtbar in europäischen Museen und Privatsammlungen. Als besonders stossend nennt sie die Mumie Schepenese in der Stiftsbibliothek St. Gallen, deren Rückgabe eine Petition bislang nicht erreicht hat. Kulturgüter seien in diplomatischen Beziehungen oft Verhandlungsmasse; zugleich sei die ägyptische Bevölkerung historisch vom Studium ihres eigenen Erbes ausgeschlossen worden.