Themen: Gesellschaft, Kultur, Innen-Politik
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur
Nach Ausschreitungen im Anschluss an eine unbewilligte Party am Zürcher Hardplatz distanzieren sich Mitglieder dreier Rave-Kollektive klar von der Gewalt. Bei den Vorfällen wurden Pyros und Pflastersteine eingesetzt sowie Polizeiautos angezündet; die Polizei reagierte mit Tränengas, Gummischrot und Wasserwerfern. Wer die Party organisierte, ist unklar. Weil am selben Abend der FC Zürich gegen den FC Thun spielte und später FCZ-Graffitis auftauchten, prüft die Stadtpolizei einen Zusammenhang, bestätigt ist er nicht. Die Polizei verweist auf eine zunehmende Zahl illegaler Partys seit der Pandemie und eine hohe Gewaltbereitschaft. Vertreter der freien Partyszene befürchten, dass die Ereignisse politisch instrumentalisiert werden und die gesamte Szene unter Druck gerät. Sie verstehen den Wunsch nach nicht kommerzialisierten Räumen, insbesondere für Jugendliche, lehnen Gewalt aber ab. Ihre Kollektive organisieren im Sommer meist zwei bis drei Raves am Stadtrand oder an abgelegenen Orten. Einladungen und genaue Standorte werden kontrolliert über Telegram geteilt; Lärm und Abfall sollen vermieden werden.