Themen: Geopolitik, Krieg&Frieden, Innen-Politik
Regionen: International, Westasien, Nordamerika
Mohammad Bagher Ghalibaf leitet Irans Delegation bei den direkten Gesprächen mit den USA auf dem Bürgenstock. Neben ihm verhandeln Aussenminister Abbas Araghchi und Zentralbankchef Abdolnaser Hemmati; für die USA sitzen JD Vance, Jared Kushner und Steve Witkoff am Tisch. Ghalibaf, Sohn eines Schlachters aus Torqabeh, machte Karriere bei den Revolutionsgarden, als Polizeichef und während zwölf Jahren als Bürgermeister von Teheran. Ihm werden Mitverantwortung für die Niederschlagung früherer Proteste sowie politische und finanzielle Affären aus seiner Bürgermeisterzeit vorgeworfen; persönlich wurde er nicht verurteilt. Seit 2020 hat er als Parlamentspräsident seine Stellung in Sicherheitsapparat und konservativen Netzwerken ausgebaut. Er steht für einen systemkonformen Pragmatismus, der Verhandlungen mit dem Westen zulässt, sofern sie dem Staat dienen. Im iranischen Machtkampf treffen seine Position und jene von Präsident Pezeshkian auf Hardliner, die direkte Kontakte mit Washington grundsätzlich ablehnen. Ein Scheitern des Abkommens könnte Ghalibafs Stellung erheblich schwächen.