Themen: Geopolitik, Krieg&Frieden
Regionen: International, Westasien
Saudi-Arabien, die Türkei und Pakistan unterzeichneten am 7. August in Mekka das «Mecca Joint Defence Agreement». Der Pakt behandelt einen Angriff auf einen Mitgliedstaat grundsätzlich als Angriff auf alle, legt jedoch keine automatische militärische Reaktion fest. Laut dem türkischen Aussenminister Hakan Fidan sollen die Staaten im Ernstfall zunächst über Art und Umfang ihrer Unterstützung beraten. Ein Sekretariat in Saudi-Arabien und ein Ministerkomitee müssen die Struktur noch ausbauen. Das Abkommen verbindet türkische Militärkapazitäten, Pakistans Gewicht als nuklear bewaffnete muslimische Mehrheitsgesellschaft und Saudi-Arabiens wirtschaftliche sowie religiöse Stellung. Formal richtet es sich gegen keinen Staat, entsteht aber vor dem Hintergrund iranischer Raketen- und Drohnenangriffe sowie verstärkter Huthi-Angriffe auf saudisches Gebiet und die Schifffahrt. Riad diversifiziert damit seine Sicherheitsarchitektur neben den USA und ergänzt den Pakt durch eine maritime Koalition im Roten Meer. Seine abschreckende Wirkung gegenüber Iran bleibt politisch, solange die Beistandsbereitschaft der Partner ungetestet ist.