Themen: Gesellschaft, Kultur/Feuilleton, Gleichstellung
Regionen: International, Europa
Am Kölner Rheinufer verfolgen Menschen aus unterschiedlichen Ländern das Fussballspiel Senegal gegen Belgien, das Belgien nach Verlängerung und Elfmeter gewinnt. Zwischen Bars, Bildschirmen und Picknicks hört der Autor Deutsch, Englisch, Französisch, Türkisch und Arabisch. Ein Mahnmal für homosexuelle und lesbische Opfer des Nationalsozialismus sowie Stolpersteine erinnern zugleich an die NS-Verfolgung jüdischer Menschen. Junge Falasch Mura aus Äthiopien, die mit ihren Familien ausgewandert sind, diskutieren auf Hebräisch über Reise-, Migrations- und Grenzerfahrungen. Diese Begegnungen stellt der Text einem Deutschland der öffentlichen Debatten gegenüber. Aufgegriffen wird besonders die Kritik an Dieter Nuhr: Anne Burgmer wertet dessen Witz über das Risiko, in einer Beziehung einem Frauenmörder zu begegnen, als Täter-Opfer-Umkehr. Sie verweist darauf, dass laut Bundeskriminalamt etwa vier von fünf Frauenmorde durch aktuelle oder frühere Partner verübt werden. Nuhr erhielt kurz zuvor den Leo-Baeck-Preis des Zentralrats der Juden in Deutschland.