Themen: Gesundheit, Gesellschaft, Klima&Energie
Regionen: Schweiz, Basel/NWCH
In Basel häuften sich im Sommer Meldungen über Körperverletzungen und andere Gewaltdelikte. Nach Auseinandersetzungen am Rheinbord, beim Bahnhof und an der Uferstrasse suchte die Polizei mehrfach Zeuginnen und Zeugen. Im August verschickte sie acht entsprechende Mitteilungen, im Juli vier; zuvor war die Lage ruhiger. Gewaltforscher Dirk Baier bestätigt einen statistischen Zusammenhang zwischen Wärme und zunehmender Gewaltbereitschaft, warnt aber vor Überinterpretation: Bei extremer Hitze würden Menschen eher träge, und Alkohol, Impulsivität sowie mangelnde Selbstkontrolle seien wichtigere Faktoren. Psychologin Myriam Thoma bezeichnet Hitze als körperlichen Stressfaktor, der Gereiztheit und Schwierigkeiten bei der Emotionsregulation fördern könne. Schlechter Schlaf, mehr soziale Kontakte im Freien und möglicherweise höherer Alkoholkonsum könnten Konflikte zusätzlich begünstigen. Thoma verweist auch auf mehr Gewalt in partnerschaftlichen Beziehungen und fordert im Sommer ausreichende Schutz- und Beratungsangebote, kühlere öffentliche Räume, Schatten und Bäume.