Themen: Gesellschaft, Gleichstellung
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Der zweite Inklusionsindex von Pro Infirmis zeichnet zwölf Jahre nach der Ratifizierung der UNO-Behindertenrechtskonvention ein ernüchterndes Bild. Vier von fünf Menschen mit Behinderungen fühlen sich in mindestens einem von zehn untersuchten Lebensbereichen stark in ihrer Teilhabe eingeschränkt. Gegenüber der ersten Erhebung vor drei Jahren sind keine substanziellen Fortschritte erkennbar, obwohl Befragte ihre persönliche Situation leicht besser bewerten. Besonders stark sind die Einschränkungen in Politik, Arbeit und Mobilität. In der Politik fühlen sich 46 Prozent erheblich und weitere 30 Prozent eher eingeschränkt; drei Viertel sehen sich unzureichend vertreten. Beim Zugang zum ersten Arbeitsmarkt bewerten 46 Prozent ihre Chancen als stark eingeschränkt, weitere 34 Prozent als eher eingeschränkt. Als Hauptproblem gilt die geringe Einstellungsbereitschaft von Unternehmen. Frauen sowie Menschen mit kognitiven oder stärkeren Beeinträchtigungen erleben häufiger Hürden. Auch Bildung, Wohnen, soziale Teilhabe und medizinische Versorgung weisen deutliche Defizite auf.