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Die Schönheit, die ich nicht sehen kann

Zentralplus
Die Schönheit, die ich nicht sehen kann

Themen: Gesellschaft, Leben

Regionen: Schweiz, Zentralschweiz

Ein blinder Autor versteht Schönheit vor allem als sinnliche und emotionale Erfahrung, nicht als visuelle Eigenschaft. Ein warmer Sommerabend am See kann durch Wassergeräusche, Grasduft, Wind und Stimmen schön werden. Besonders prägt ihn ein regelmässiger Spaziergang vom Parkplatz des Hotels Honegg aus. Die Ruhe, Vogelstimmen, Schritte, Wald-, Holz- und Naturgerüche lassen ihn Sorgen vergessen und geben ihm Kraft und Zuversicht. Ob die Landschaft für Sehende schön aussieht, weiss er nicht; für ihn besitzt sie einen besonderen Zauber. Auch Menschen beurteilt er weniger nach äusseren Merkmalen als nach Stimme, Aufmerksamkeit, Umgangsformen, Energie und Gesprächsfreude. Eine zwölf Jahre zurückliegende Situation auf Teneriffa, als er die Gesichter einer Freundin und deren Schwester ertastend vergleichen sollte, beschäftigt ihn noch immer. Heute empfindet er eine solche Berührung bei fremden Personen als zu persönlich. Schönheit liegt für ihn letztlich in Musik, Erinnerungen, Gefühlen und allem, was Menschen innerlich berührt.

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