Themen: Gesellschaft, Gesundheit, Wirtschaft/Finanzen
Regionen: International, Europa
Der Autor bezweifelt, dass eine Vier-Tage-Woche Burnout wirksam bekämpft. Er verweist auf Deutschland, wo die durchschnittliche Wochenarbeitszeit seit 1991 von 38,4 auf 34,3 Stunden gesunken sei, während psychisch bedingte Fehltage in den vergangenen zehn Jahren um 52 Prozent zugenommen hätten. In der Schweiz fühlten sich gemäss Job-Stress-Index 2022 mehr als 30 Prozent der Erwerbstätigen emotional erschöpft. Pilotprojekte bewertet er kritisch. Das isländische Projekt sei vor allem eine Stundenreduktion gewesen, die britische Untersuchung habe vorselektierte Unternehmen umfasst, und im deutschen Pilotversuch seien Krankentage nicht statistisch signifikant gesunken. Positive Effekte führt er eher auf bessere Strukturen und Kommunikation zurück. Burnout entstehe nach seiner Argumentation primär durch fehlende Anerkennung, geringe Autonomie, Wertekonflikte und Ungerechtigkeit, nicht durch die Zahl der Arbeitsstunden. Pflege, Industrie und Gastronomie könnten eine verpflichtende Vier-Tage-Woche zudem kaum umsetzen. Der Autor plädiert neben organisatorischen Verbesserungen für den Aufbau individueller Resilienz.