Themen: Wissenschaft, Bildung, Gesellschaft
Regionen: International, Europa
Henri Broch, Physiker und Amateurzauberer aus Nizza, wandte sich Anfang der 1980er-Jahre gegen angebliche paranormale Kräfte. Anlass waren Fragen seiner Studierenden und Ergebnisse einer Umfrage: 52 Prozent hielten die Relativitätstheorie für blosse Spekulation, 68 Prozent das mentale Verbiegen von Löffeln für wissenschaftlich erwiesen. Broch entwickelte einen Kurs, der mit Methoden des Illusionismus und wissenschaftlicher Prüfung vermeintliche Wunder wie Feuerlaufen oder weinende Statuen erklärte und kritisches Denken fördern sollte. Er kritisierte Fernsehauftritte von Uri Geller und Jean-Pierre Girard, deren Behauptungen aus seiner Sicht kaum kritisch geprüft wurden. Mit seinem Kollegen Christian Athenour stellte Broch 1986 die «Dossiers scientifiques du paranormal et de l’occulte» auf dem Minitel-Server der Universität Nizza bereit. Gemeinsam mit dem Magier Gérard Majax und Jacques Theodor entstand zudem ein Beweisaufruf: Wer paranormale Fähigkeiten nachweise, sollte zunächst 500'000 französische Francs erhalten; später stieg die Summe auf eine Million Francs und wurde 1999 auf 200'000 Euro festgelegt.