Themen: Gesellschaft, Kultur
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Hamza Sahbaz erläutert zentrale islamische Bestattungsrituale: Verstorbene werden rituell gewaschen, damit sie rein vor Gott treten können; Frauen waschen Frauen und Männer Männer. Ist eine Waschung wegen des Zustands eines Körpers nicht möglich, erfolgt eine symbolische Reinigung mit einem Stein. Die Tuchbindung mit einem meist weissen Baumwolltuch werde jedoch stets vorgenommen. Für Sahbaz ist besonders wichtig, dass die verstorbene Person mit den Schultern Richtung Mekka liegt, in der Schweiz also nach Südosten. Die islamisch vorgesehene Tuchbestattung ohne Sarg kollidiert mit Schweizer Vorschriften, die auf muslimischen Friedhöfen einen Sarg verlangen. Sahbaz verwendet deshalb dünne Holzsärge und empfiehlt Erde im Sarg; Metalleinlagen sollten entfernt werden. Bestattungen müssten nicht zwingend innert 24 Stunden erfolgen, aber möglichst rasch. Sunnit:innen, Alevit:innen und Schiit:innen könnten nebeneinander liegen. Sahbaz kritisiert religiöse Inszenierungen für Menschen, die zu Lebzeiten nicht religiös waren, akzeptiert aber persönliche Wünsche wie ein Fenerbahçe-Trikot im Grab.