Themen: Gesellschaft, Leben, Ungleichheit
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Hamza Sahbaz, ein islamischer Bestatter, nennt körperliche Belastbarkeit, mentale Stärke sowie Empathie und Diplomatie als zentrale Voraussetzungen seines Berufs. Beim Umgang mit Verstorbenen achtet er auf rituelle Vorgaben und lehnt es ab, den Mund mit Sekundenleim zu verschliessen; stattdessen wird der Kiefer festgebunden. Unterschiede zwischen reichen und armen Verstorbenen sieht er vor allem bei Sarg, Familiengrab und erfüllbaren Wünschen, nicht am Körper selbst. Muslimische Beisetzungen seien häufig von offen gezeigten, teils heftigen Emotionen geprägt. Besonders belastend bleiben Einsätze mit Kindern. Sahbaz erinnert sich an ein achtjähriges Mädchen aus einer usbekischen Familie, das nach einer Flucht in die Schweiz während eines laufenden Ausschaffungsverfahrens starb. Während der Pandemie führte sein Team trotz Einschränkungen rituelle Waschungen mit Schutzmaterial durch und organisierte unter anderem Überführungen auf den Balkan. Auch mutmassliche Täter behandelt er nach eigenen Angaben unvoreingenommen.