Themen: Ungleichheit, Gesellschaft, CH-Politik
Regionen: Schweiz, Ostschweiz
Der Kanton Schaffhausen gehört zu den letzten fünf Kantonen ohne Armuts- oder Sozialbericht und hat das angekündigte Pilotprojekt für ein Armutsmonitoring bislang nicht gestartet. Der Regierungsrat hatte 2022 das Ziel formuliert, die Lage armutsbetroffener Menschen zu verbessern, und 2023 ein Vorprojekt mit der Berner Fachhochschule durchgeführt. Sozialdirektor Marcel Montanari nennt Datenschutz, steuerrechtliche Fragen sowie Aufwand und Ertrag als Gründe für die Verzögerung. Finanzdirektorin Cornelia Stamm Hurter hält die Herausgabe von Steuerdaten ohne ausdrückliche gesetzliche Grundlage für problematisch, weil sich in einem kleinen Kanton Rückschlüsse auf Einzelpersonen ziehen liessen. Andere Kantone wie Solothurn, Basel-Landschaft und Wallis nutzen das Modell der Berner Fachhochschule und Caritas bereits oder planen es; sie verweisen auf rechtliche und vertragliche Datenschutzvorkehrungen. Bundesdaten weisen für Schaffhausen eine Sozialhilfequote von 5,4 Prozent aus, gegenüber 5,2 Prozent schweizweit. Fachstellen betonen, Sozialhilfestatistiken erfassten verdeckte Armut, Bildung, Gesundheit, Wohnen und soziale Teilhabe nur unzureichend.