Themen: Kultur
Regionen: Schweiz, Ostschweiz
Emilie Herzog, 1859 in Ermatingen geboren und in Diessenhofen aufgewachsen, entwickelte sich von einer angehenden Modistin zu einer international gefragten Sopranistin. Nach Studien in Zürich und München sang sie ab 1880 am Münchner Hof- und Nationaltheater und von 1889 bis 1910 während 21 Jahren an der Königlichen Hofoper in Berlin. Sie erhielt Auszeichnungen von fünf europäischen Höfen, wurde 1900 königlich-preussische Kammersängerin und trat trotz ihrer Karriere regelmässig im Thurgau auf: 188 ihrer mehr als 4000 dokumentierten Auftritte fanden dort statt. Nach ihrem Abschied von der Oper zog Herzog nach Aarburg und unterrichtete bis 1922 Meisterklassen am Konservatorium Zürich. Sie starb 1923 und geriet weitgehend in Vergessenheit. Der Sänger und Kurator Reto Knöpfel rekonstruierte ihre Laufbahn anhand eines wiederentdeckten Nachlasses mit Agenden, Briefen, Aufnahmen und Erinnerungsstücken. Dabei widerlegte er auch die lange überlieferte Behauptung eines Auftritts an der Metropolitan Opera. Ausstellungen in Ermatingen und Diessenhofen würdigen Herzog; im Oktober 2026 folgt eine Station im Heimatmuseum Aarburg.