Themen: Gesellschaft, Innen-Politik
Regionen: International, Westasien
Jordaniens Eliten betrieben die Integration der Beduinen in die staatlich geförderte Entwicklung durch gezielte Sesshaftmachung. Die Regierung bot Familien in Rum und Diseh Häuser, Schulen, Brunnen und weitere Dienstleistungen an und subventionierte ihre Niederlassung. Gleichzeitig erschwerte sie die nomadische Lebensweise durch zunehmend strenge Regeln für den Zugang zu Wüstengebieten. In der Region entstand 1960 eine Militärschule, 1965 folgte eine Klinik auf dem Gebiet des späteren Dorfs Rum. 1975 liess sich der grosse Stamm der Zalabyeh dort als erster in grösserer Zahl nieder; das Gebiet gehörte zu seinem traditionellen Territorium. Militärdienst und Garnisonsleben erleichterten die staatliche Einbindung zusätzlich. Beduinen arbeiteten neben der Viehzucht traditionell bei Polizei, Armee, Wüstenpatrouille oder Arabischer Legion. Ein ehemaliger Geheimdienstmitarbeiter erklärt dies mit begrenzten anderen Erwerbsmöglichkeiten sowie mit Anforderungen wie Belastbarkeit und Loyalität.