Themen: Ukraine Krieg, Technologie, KI/Digital
Regionen: International, Europa
Am Rüstungssalon Eurosatory in Paris steht der ukrainische Drohnenkrieg im Zentrum. Laut beteiligten Militärs verursachen Drohnen inzwischen mehr als 80 Prozent der Verluste im Krieg, während Artillerie 2022 noch dominierte. FPV-Drohnen verlängerten die tödliche Zone zwischen den Fronten auf bis zu 10 oder 15 Kilometer und zerstören kostengünstig Fahrzeuge, Panzer oder Luftabwehrsysteme. Der Wettbewerb verlagert sich zunehmend in die elektronische Kriegführung: Hersteller entwickeln Systeme gegen Störsignale, optische Faserverbindungen und zunehmend autonome Drohnen. Das ukrainische Unternehmen CIT Program stellt mit Scorpio ein System vor, das Shahed-Drohnen durch massenhafte falsche Signale von Navigation und Telemetrie abschneiden soll. Europäische Firmen wie Thales, Helsing, Parrot und UDS versuchen, Erfahrungen aus der Ukraine in eigene Produkte zu übertragen. Helsing produziert nach eigenen Angaben 1000 Drohnen monatlich und setzt beim HX-2 auf KI-gestützte Navigation ohne GPS. Fachleute betonen jedoch, dass viele als kampferprobt beworbene Systeme nicht zwingend vom ukrainischen Verteidigungsministerium eingesetzt wurden.