Themen: Kultur, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Bern/Freiburg
Sophie Chioma Gerber verbindet Tanz und Rap in der queerfeministischen Berner Crew ETO. Nach frühen Tanzkursen und einer Ausbildung an der Höheren Fachschule für zeitgenössischen und urbanen Bühnentanz in Zürich fand sie über Improvisation wieder zu einer freieren Bewegungspraxis. Besonders prägend war für sie «Authentic Movement», bei dem der Körper ohne Musik und mit geschlossenen Augen eigene Bewegungen entwickelt. Bei ETO begann Gerber zunächst als tanzende «Hype-Person», sprang später bei einem krankheitsbedingten Ausfall ans Mikrofon und schreibt inzwischen auch Raptexte. Für die Bühnenauftritte will sie Tanz nicht als dekorativen Hintergrund einsetzen, sondern als gleichwertigen Teil der Performance. Die Crew arbeitet mit Formationen und bewusst nicht vollständig festgelegten Abläufen, die Gerber «organisierte Spontaneität» nennt. Bei der ausverkauften Plattentaufe von «Sibcity» im Dachstock überbrückte sie unerwartet mehrere Minuten mit dem Publikum durch improvisierte Tanzschritte. Entscheidend ist für sie nicht technische Perfektion, sondern dass Menschen sich überhaupt bewegen.