Themen: Klima&Energie, Technologie, Wissenschaft
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur
ETH-Forschende um Vittoria Bolongaro und André Bardow untersuchen die Verbindung von Zementproduktion mit Kalzium-Looping und Direct Air Capture. Der für die Kalzinierung benötigte Ofen würde dabei mit Strom statt fossilen Energieträgern betrieben. Weil das bei der Kalzinierung entstehende CO2 nicht mit Verbrennungsabgasen vermischt wird, kann es direkt abgeschieden werden. Nach der Zugabe von Wasser bindet der entstandene gelöschte Kalk weiteres CO2 aus der Umgebungsluft und wird wieder zu Kalkstein. Das abgeschiedene CO2 soll verdichtet und dauerhaft unterirdisch gespeichert werden. Laut Studie können kommerzielle Anlagen dadurch über ihren gesamten Lebenszyklus netto CO2 entfernen. Bis 2050 wäre eine Senkung der Emissionen aus der Zementherstellung um bis zu 78 Prozent möglich. Voraussetzung sind deutlich dekarbonisierte Stromversorgung und zusätzliche Kontaktflächen zur Luftaufnahme. Indirekt beheizte Elektro-Kalzinieröfen sind noch nicht grossindustriell etabliert; die Wirtschaftlichkeit bleibt offen.