Themen: Bildung, Klima&Energie
Regionen: International, Europa
Hitzewellen belasten Schulen in Deutschland zunehmend, weil viele Gebäude schlecht gedämmt, sanierungsbedürftig und kaum gegen Sonneneinstrahlung geschützt sind. Auf einer digitalen Schul-Heatmap gingen knapp 800 Einträge ein; aus Leonberg und Heidelberg wurden Klassenraumtemperaturen von 45 Grad gemeldet. Für Arbeitsplätze gilt grundsätzlich eine Raumtemperaturgrenze von 26 Grad, für Schulen bestehen jedoch keine vergleichbaren bundesweiten Regeln. Der Sanierungsstau an Schulgebäuden wird auf knapp 70 Milliarden Euro geschätzt, und 17 Prozent der Kommunen können nach eigenen Angaben nicht einmal den regulären Unterhalt finanzieren. Hitzeschutzpläne berücksichtigen Schulen oft nicht oder enthalten lediglich unverbindliche Empfehlungen. Auch Hitzefrei ist je nach Bundesland unterschiedlich geregelt; Nordrhein-Westfalen erlaubt neu Kurzstunden und Hitzefrei auch für die Oberstufe. Gewerkschaft und Schülervertretung verlangen verbindliche Schutzstandards, flexiblere Unterrichtsformen sowie bauliche Massnahmen wie Aussenbeschattung, Begrünung und Kühlung.