Themen: Ukraine Krieg, Gesellschaft, Leben
Regionen: Schweiz, Bern/Freiburg, International, Russland/Eurasien
Eine ukrainische Autorin in Bern reflektiert, weshalb Ferien im Krieg kaum unbelastet möglich sind. Ukrainische Geflüchtete reisen teils in vergleichsweise sichere Gebiete wie Transkarpatien oder Lwiw, um Angehörige zu treffen, und werden dafür öffentlich kritisiert. Zugleich bleiben viele Familien über Jahre getrennt, weil Väter und Ehemänner in der Ukraine sind oder ältere Eltern dort leben. Auch Menschen in der Ukraine versuchen sich zu erholen, obwohl russische Drohnen- und Raketenangriffe und Luftalarme den Alltag prägen. Nach fünf Kriegsjahren sei fehlende Erholung jedoch selbst gesundheitsschädlich. Die Autorin verweist auf ukrainische Kinder, die nach dem Verlust eines oder beider Elternteile zur Erholung in die Schweiz kommen. Sie beschreibt Ferien zudem als kulturell und psychologisch geprägte Aufgabenlisten: Einkochen, Renovationen, Nebenjobs oder Hilfe für Verwandte sollen freie Zeit rechtfertigen. Eine geplante Reise zu einer Freundin am Meer löst bei ihr dennoch Schuldgefühle aus.