Themen: Ukraine Krieg, Krieg&Frieden, Geopolitik
Regionen: International, Russland/Eurasien, Europa
Christian Müller kritisiert einen NZZ-Kommentar zur geplanten europäischen Zusammenarbeit bei der Luftverteidigung der Ukraine. Anlass sind Ankündigungen zu einer möglichen Lizenzproduktion von Patriot- und Aster-30-Abfangraketen sowie ein Projekt von neun europäischen Staaten und der Ukraine für ein gemeinsames Abwehrsystem. Das ukrainische Unternehmen Fire Point soll dafür die Abfangrakete FP-7.x entwickeln, während westeuropäische Firmen Komponenten wie Radare und Navigationstechnik liefern sollen. Der zitierte NZZ-Kommentar begrüsst die Integration der Ukraine in einen europäischen Industrieverbund und bezeichnet sie deshalb als De-facto-Mitglied der NATO. Müller hält diese Formulierung für gefährlich: Sollte Russland die Ukraine ebenfalls als NATO-Mitglied einstufen, könnten ukrainische Angriffe im russischen Hinterland als Angriffe des Bündnisses interpretiert werden. Er warnt, dies könne Russland zur militärischen Konfrontation mit der NATO verleiten und einen dritten Weltkrieg riskieren.