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Geburtenabteilung geschlossen: Wie sich ein Tal selbst hilft

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Geburtenabteilung geschlossen: Wie sich ein Tal selbst hilft

Themen: Gesundheit, Gesellschaft

Regionen: Schweiz, Bern/Freiburg

Fünf ehemalige Beleghebammen des Spitals Frutigen haben im Mai in Reichenbach die Talhebammen-Praxis eröffnet. Sie bietet Schwangerschaftskontrollen, Wehenbegleitung, Wochenbettbetreuung und ausserklinische Geburten an; monatlich kommen dort zwei bis vier Kinder zur Welt. Auslöser war die Schliessung der Geburtenabteilung in Frutigen im April 2025, nachdem zuvor unter kantonalem Spardruck auch der 24-Stunden-Betrieb von Operationssaal und Labor beendet worden war. Für Schwangere aus dem Kandertal wurden Fahrten nach Thun oder Interlaken, besonders im Winter und bei Verkehr, zu einem Risiko. Die Hebammen entschieden mit den Frauen, ob eine Spitalgeburt nötig ist oder eine unkomplizierte Geburt in Reichenbach möglich erscheint. Die sieben Einzugsgebietsgemeinden unterstützen die Praxis während zwei Jahren mit insgesamt 23’000 Franken jährlich. Die Finanzierung bleibt jedoch schwierig, weil Pikettdienste und die zweite bei ausserklinischen Geburten vorgeschriebene Hebamme nicht ausreichend gedeckt sind. Vertreter aus verschiedenen Parteien würdigen das Projekt, streiten aber über die Verantwortung des Kantons.

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