Themen: Ukraine Krieg, Krieg&Frieden, Gesellschaft
Regionen: International, Europa
Alice Schwarzer forderte Bundeskanzler Olaf Scholz im April 2022 in einem offenen Brief auf, sich im Ukrainekrieg für Diplomatie und einen Waffenstillstand einzusetzen. Der von Künstlern und Intellektuellen unterzeichnete Appell wandte sich gegen weitere Waffenlieferungen. Helmut Scheben kritisiert die Reaktionen deutscher Medien darauf als Ausdruck von Gruppendenken und Nähe zur Regierungspolitik. Er führt unter anderem Äusserungen von Sascha Lobo und Marcel Beyer an. Auch das 2023 von Schwarzer und Sahra Wagenknecht lancierte Friedensmanifest habe Empörung ausgelöst; die Kabarettistin Christine Prayon verliess nach dessen Behandlung die ZDF-«Heute-Show». Scheben stellt die mediale Kriegsberichterstattung in eine Reihe mit früheren Propagandabeispielen und bezweifelt unter anderem Darstellungen über die Verschleppung ukrainischer Kinder nach Russland. Seine Deutung führt konformes Verhalten auf das Bedürfnis nach Gruppenzugehörigkeit und die Angst vor Ausgrenzung zurück.