Themen: Sport, Gesellschaft, Gleichstellung
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Im Schweizer Männerprofifussball hat sich bisher kein aktiver Spieler öffentlich als schwul geoutet. Der frühere Super-League-Schiedsrichter Pascal Erlachner, der diesen Schritt 2017 während seiner Karriere machte, verweist auf den Bedarf an Sensibilisierung und sicheren Strukturen. Marcus Urban steht mit versteckt lebenden Profis in Kontakt und beschreibt, wie homophobe Vorfälle ihre Angst verstärken. Beim BSC Young Boys sollen Schulungen, Verhaltenskodizes und das Leitbild «YB for Everyone» ein inklusiveres Umfeld schaffen; offen schwule Spieler gibt es dort jedoch ebenfalls keine. Historikerin Marianne Meier erklärt das Tabu mit Männlichkeitsbildern und befürchteten Folgen für Karriere und Marktwert. Im Frauenfussball erleichterten sichtbare Vorbilder Lara Dickenmann ihr Coming-out. Der Schweizerische Fussballverband setzt auf Trainerbildung und ein Wertekonzept, verzichtet aber auf öffentliche Symbolaktionen. Beispiele aus Schwingen, Basketball und dem internationalen Fussball deuten darauf hin, dass ein Coming-out heute überwiegend Unterstützung erfahren könnte.