Themen: Gesellschaft, Gleichstellung
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Nach einem schweren Velounfall auf dem Schulweg am 13. Dezember 1971 erwachte die damals zwölfjährige Autorin nach drei Wochen Bewusstlosigkeit im Basler Kinderspital. Ein Schädel-Hirn-Trauma hinterliess eine zerebrale Lähmung der linken Körperhälfte. Trotz anfänglicher Prognosen eines Lebens im Rollstuhl lernte sie mit Physio-, Ergo- und Sprachtherapie wieder gehen, sprechen und Alltagsverrichtungen bewältigen. Der Übergang zurück in die Schule war jedoch von Spott, Mitleid und sozialer Isolation geprägt. Als junge Frau wollte sie dazugehören, Beziehungen erleben und beruflich unabhängig sein. Sie ordnet diese Erfahrung in die gesellschaftlichen Verhältnisse der 1970er-Jahre ein: Frauen wurden stark über Ehe und Mutterschaft definiert, das Frauenstimmrecht war erst 1971 eingeführt worden. Menschen mit Behinderungen erhielten kaum Unterstützung, wurden architektonisch ausgeschlossen und oft als asexuell oder anspruchslos behandelt. Familien und Therapien ermöglichten ihr dennoch Fortschritte und stärkten ihren Anspruch auf ein selbstbestimmtes Leben.