Themen: Wirtschaft/Finanzen
Regionen: International, Europa
Christine Lagarde wird die Europäische Zentralbank am 7. Februar vorzeitig verlassen. Ihr Abgang entfacht Spekulationen über die Nachfolge an der Spitze einer Institution, die für 21 Länder eine gemeinsame Geldpolitik festlegt, sowie über ihre eigene Zukunft. Als mögliche Optionen gelten der Vorsitz des World Economic Forum in Davos oder eine Rückkehr in die französische Politik. Der Rückblick auf ihre Amtszeit erinnert an umstrittene Aussagen während der Covid-Krise und am WEF 2024 sowie an Kritik, die EZB habe die Zinsen angesichts der Inflation 2021 und Anfang 2022 zu spät erhöht. Auch interne Umfragen 2024 und 2025 zeigten Unzufriedenheit im Personal. Die Nachfolge fällt in eine Phase unterschiedlicher Interessen innerhalb der Eurozone: Frankreich könnte von Lockerungen profitieren, während Deutschland stärker auf Inflationsbekämpfung achtet. Lagardes früher Austritt könnte zudem die Ernennung eines Nachfolgers vor der französischen Präsidentschaftswahl ermöglichen.