Themen: Geopolitik, Iran Krieg, Krieg&Frieden
Regionen: International, International Unbestimmt
Alan Friedman zeichnete bei einer Konferenz in Ascona das Bild einer internationalen Ordnung im Umbruch. China sei der wichtigste Nutzniesser des Machtvakuums, das die USA und Europa hinterliessen; Russland sei inzwischen ein Vasall Pekings. Europa verfüge weiterhin weder über eine gemeinsame Aussen- noch über eine gemeinsame Verteidigungspolitik. Friedman rechnet mit einer erneuten Eskalation des Konflikts mit Iran und dadurch möglicherweise stark steigenden Ölpreisen noch vor Weihnachten. Dies verschärfe auch soziale und wirtschaftliche Belastungen in westlichen Ländern und der Schweiz. Zudem warnte er vor russischer hybrider Kriegsführung, die über soziale Medien Spannungen in Europa anheize. Für die US-Zwischenwahlen erwartet er einen Erfolg der Demokraten, sieht aber bei einem knappen Ausgang Risiken für den Wahlprozess. Kanada unter Premier Carney nannte er als mögliches Vorbild für eine selbstbewusste Haltung gegenüber Washington und eine engere Anbindung an die EU.