Themen: Gesundheit, Ungleichheit
Regionen: International, International Unbestimmt
Die Bill and Melinda Gates Stiftung unterstützte die Weltgesundheitsorganisation WHO zwischen 2010 und 2023 mit mehr als 5,5 Milliarden Dollar, entsprechend 9,5 Prozent ihres Gesamtbudgets. Eine Studie von Jonathan Kennedy und Riddhi Thakrar wertete 640 Zuschüsse aus und kommt zum Schluss, dass die zweckgebundenen Gelder die gesundheitspolitischen Prioritäten der WHO stark prägen. 82,6 Prozent der Stiftungsgelder flossen in die Bekämpfung von Infektionskrankheiten, darunter 3,2 Milliarden Dollar oder 58,9 Prozent in die Polio-Ausrottung. Impfprogramme machten direkt 53,3 Prozent der Zuschüsse aus; mit indirekter Unterstützung lag ihr Anteil bei über 61 Prozent. Für Wasser und sanitäre Anlagen stellte die Stiftung zwischen 2000 und 2024 dagegen 11,8 Millionen Dollar bereit. Die Autoren kritisieren, dass technische Programme mit messbaren Ergebnissen gegenüber langfristigen Massnahmen wie Prävention, Wasser, Abwasser und Ernährung bevorzugt würden. Zugleich seien die regulären, nicht zweckgebundenen Beiträge der WHO-Mitgliedstaaten auf rund zehn Prozent des Budgets gesunken.