Themen: Gesellschaft, Ungleichheit, Krieg&Frieden
Regionen: Schweiz, Romandie
Jean Ziegler, Genfer Soziologe, SP-Nationalrat und ehemaliger UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, starb am 10. Juni 2026. Der Autor würdigt ihn als engagierten Kritiker von Kolonialismus, Neokolonialismus, Imperialismus, Raubtierkapitalismus und extremer Ungleichheit. Ziegler war von 1967 bis 1983 sowie von 1987 bis 1999 Genfer Nationalrat und lehrte bis 2002 Soziologie an der Universität Genf. Von 2000 bis 2008 arbeitete er für die UN-Menschenrechtskommission beziehungsweise den Menschenrechtsrat als Sonderberichterstatter zum Recht auf Nahrung. Seine Berichte machten auf Hunger und Unterernährung aufmerksam. Ziegler setzte sich für internationale Solidarität, kollektive Rechte sowie den Zugang zu Nahrung, Wasser, Unterkunft und Bildung ein. Trotz der fehlenden Durchsetzungskraft internationaler Institutionen hielt er die Uno für unverzichtbar und forderte ihre Reform. Frieden könne nach seiner Auffassung nur mit sozialer Gerechtigkeit, ohne Diskriminierung und ohne strukturelle Gewalt entstehen.