Themen: Gesellschaft, Wirtschaft/Finanzen, Kultur
Regionen: Schweiz, Basel/NWCH
Die Israelitische Gemeinde Basel kämpft laut ihrem Geschäftsbericht und kritischen Stimmen mit Mitgliederschwund und finanziellen Problemen. Ihre Mitgliederzahl sank von knapp 1000 im Jahr 2018 auf 816; im vergangenen Jahr traten 30 Personen aus, weitere 22 Mitgliedschaften wurden wegen unbekannter Rechnungsadressen aufgelöst. Die Gemeinde soll wiederholt Verluste schreiben und Teile ihrer Vermögenswerte veräussert haben, veröffentlicht Bilanz und Erfolgsrechnung aber nicht vollständig. Eine Tagesschule wurde geschlossen, Rabbinatsstellen wurden gekürzt und Ende 2025 schloss das letzte koschere Restaurant. In der als Kulturgut von nationaler Bedeutung eingestuften Synagoge soll ohne Bewilligung eine grosse Klimaanlage eingebaut worden sein; die Gemeinde nahm dazu nicht Stellung. Präsidentin Steffi Bollag sieht sich Vorwürfen des gewerbsmässigen Betrugs aus ihrer früheren Tätigkeit als Heimdirektorin gegenüber. Die Unschuldsvermutung gilt; eine Urteilsverkündung wird für August erwartet.