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Jugendkultur: Ein Gefühl in vier Ziffern

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Jugendkultur: Ein Gefühl in vier Ziffern

Themen: Gesellschaft, Kultur

Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt

Postleitzahlen wie 3942 für Raron, 8636 für Wald oder 6130 für Willisau werden von jungen Menschen zu Tattoos, Raplabels, Graffiti, Social-Media-Codes und Kleidermarken gemacht. Tätowiererin Svenja Roten hat die Rarner Postleitzahl bereits 46 Mal gestochen; für viele steht sie für Kindheit, Freundschaften und Verbundenheit, auch wenn die Trägerinnen und Träger längst verstreut leben. Kulturwissenschaftler Walter Leimgruber deutet die Aneignung als symbolische Markierung eines umkämpften Raums und als Suche nach Orientierung. Besonders migrantische Jugendliche könnten damit lokale Zugehörigkeit beanspruchen. Das Phänomen ist eng mit Hip-Hop verbunden, dessen Herkunft und Authentizitätscodes Quartiere, Städte und Vorwahlen hervorheben. In Agglomerationen und kleineren Orten dient der Code zudem dazu, das vermeintliche Hinterland aufzuwerten und kulturelle Eigenständigkeit zu behaupten. Zugleich prägen vor allem Männer diese Inszenierungen; Kritikerinnen sehen darin auch dominante Formen der Raumaneignung. Für Beteiligte überwiegt jedoch oft Pop, Ironie und lokale Gemeinschaft statt Patriotismus.

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