Themen: Partei-Politik, Migration/Asyl, Gesellschaft
Regionen: International, Europa
Strasseninterviews mit 25 türkeistämmigen Berlinerinnen und Berlinern zeigen vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20. September eine teils starke Entfremdung von CDU und SPD. Neun Befragte tendieren zur AfD, sieben nennen ihre Entscheidung fest; sechs von ihnen hatten bei der Bundestagswahl 2025 noch anders gewählt. Als zentrale Belastungen nennen die Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner hohe Mieten, wirtschaftliche Unsicherheit, Kriminalität, Zuwanderung und eine als handlungsunfähig empfundene Verwaltung. Andere ziehen aus denselben Problemen gegensätzliche Schlüsse und wollen Linke, SPD oder FDP wählen. Viele AfD-Zuneigende betrachten sich als arbeitende, integrierte Staatsbürger und glauben deshalb, nicht von rechtsextremer Politik betroffen zu sein. Zugleich verweist der Bericht auf AfD-interne Debatten über «Remigration» und mögliche Gefährdungen auch für Staatsbürger mit Migrationsgeschichte. Die Erhebung ist ausdrücklich kein repräsentatives Stimmungsbild.