Themen: Gesundheit, Gesellschaft
Regionen: International, Südostasien
Die balinesische Psychiaterin Luh Ketu Suryani setzt sich für Menschen ein, die wegen psychischer Erkrankungen angekettet oder eingesperrt werden. Der Eisverkäufer Nyoman wurde nach einer irrtümlichen Lynchjustiz traumatisiert und von seiner Familie fünf Jahre lang mit einem Holzjoch gefesselt. Suryani begann 2011 mit seiner Behandlung, doch Rückfälle, Klinikaufenthalte und erneute Fesselung erschwerten den Verlauf. Das als pasung bekannte Fixieren psychisch kranker Menschen ist in Indonesien trotz eines Verbots von 1977 verbreitet. Laut Human Rights Watch fehlen Fachpersonal, Einrichtungen und Zugang zu Behandlungen; Tausende Betroffene leben unter entwürdigenden Bedingungen. Suryanis NGO befreite in Karangasem zunächst 43 Patienten und im ersten Jahr insgesamt 375 Menschen. Sie finanziert ihre Arbeit seit 2010 vorwiegend durch ausländische Spenden und verbindet Medikamente mit Meditation und kulturell verankerten Praktiken. Für ihren Ansatz und kostenlose Hausbesuche wurde sie von Fachkollegen angegriffen.