Themen: Sport, Wirtschaft/Finanzen, Kultur/Feuilleton
Regionen: International, International Unbestimmt
Gianni Infantino hat nach Ansicht des Kolumnisten das von Sepp Blatter geprägte Modell des Fussballs als globales Geschäft erfolgreich weitergeführt. Seine Karriere vom Jus-Studenten in Brig zum mächtigsten Sportfunktionär der Welt verdiene Anerkennung, seine öffentliche Wirkung bleibe jedoch unsympathisch. Den wirtschaftlichen Erfolg der FIFA erklärt der Autor mit der einfachen Spielidee, die überall spielbar sei, mit den sichtbar inszenierten Emotionen von Siegern und Verlierern sowie mit Fernsehbildern aus erhöhter Perspektive. Diese verschafften dem Publikum Übersicht und machten die Spiele besonders attraktiv. Auch die oben angeordneten VIP-Logen folgten diesem Bedürfnis. Kritisiert wird Infantinos Versuch nach der Weltmeisterschaft, Teile des Turniers an Investoren zu verkaufen. Dies hätte nach Auffassung des Autors noch stärkere Werbung im Spiel hervorgebracht. Der Plan sei gescheitert; für das Frühjahr 2027 müsse Infantino nun um seine Wiederwahl bangen.